Gold für Carsten Zeuke bei den Special Olympics – ein Erfolg mit bewegender Geschichte

Kategorien: SC DHfK Leipzigveröffentlicht am: 29. Juni 2026
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Saarland/Forbach (Frankreich). Gold für unseren Carsten Zeuke bei den Nationalen Spielen der Special Olympics – der weltweiten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und mehrfacher Beeinträchtigung. Im französischen Forbach gewann der 63-Jährige im Schwimmen über 25 Meter Freistil Gold. Hinter diesem Erfolg steckt die Geschichte eines Menschen, der sich nach schweren gesundheitlichen Rückschlägen immer wieder zurück in den Sport gekämpft hat.

Ein Start mit Hindernissen

Dabei begann der Wettkampf für Carsten alles andere als nach Plan. Kurz vor dem Start passierte das, womit niemand gerechnet hatte. „Ich stand neben dem Startblock. Der Startrichter hatte den Start etwas verzögert. Ich bin auf einer nassen Stelle ausgerutscht und ins Becken gestürzt. Ich war erst einmal geschockt, vollkommen aus dem Rhythmus. Deswegen bin ich erst gar nicht losgeschwommen.“

Nach Beratung entschied die Wettkampfleitung, Carsten einen zweiten Start zu ermöglichen. Allein gegen die Uhr ging er noch einmal ins Wasser – und gewann Gold.

Ein Leben für den Sport

Für den 63-Jährigen ist diese Medaille ein weiterer besonderer Moment auf einem außergewöhnlichen Lebensweg. Vor 2013 gehörte Sport seit Jahrzehnten zu Carstens Leben. Er war aktiver Wasserballer in der Jugend, DDR-Mannschaftsmeister im Marathon und Rettungsschwimmer. Im kommenden Jahr feiert Carsten zudem sein 40-jähriges Vereinsjubiläum beim SC DHfK Leipzig, ist zudem in der Abteilung Rollstuhl- und Behindertensport als Trainer aktiv.

Schwere Schicksalsschläge – und der Weg zurück

Doch im Juni 2013 änderte sich sein Leben von einem Tag auf den anderen. Ein schwerer Schlaganfall mit bleibenden Folgen machte zunächst jede sportliche Aktivität unmöglich. „Plötzlich war alles anders. Ich konnte nicht mehr sprechen, geschweige denn Sport machen.“

Carsten kämpfte sich zurück, fand über den Parasport den Weg zurück in Sport und gewann zahlreiche Meistertitel, unter anderem über 1.500 Meter. Vor vier Jahren dann der nächste Rückschlag: Carsten erlitt er einen schweren Hinterwand-Herzinfarkt. Heute lebt er mit drei Stents, einer Sehbeeinträchtigung am linken Auge sowie Schädigungen im Klein- und Nachhirn.

Neue Leidenschaft Schwimmen

Aufzugeben war für ihn dennoch nie eine Option. „Für mich war klar, ich muss mit dem Sport weitermachen, damit ich am Leben bleibe“, sagt er. Nach dem Herzinfarkt musste Carsten den Ausdauersport aufgeben und suchte nach einer neuen Herausforderung. Nach einem kurzen Abstecher zum Kugelstoßen fand er 2024 den Weg zurück ins Wasser – eine Rückkehr zu seinen sportlichen Wurzeln als ehemaliger Wasserballer und Rettungsschwimmer.

Über die Empfehlung von Special Olympics Sachsen entdeckte er das Schwimmen für sich. Aufgrund seiner Herzerkrankung sind nur kurze Belastungen möglich – deshalb konzentriert sich Carsten auf die 25 Meter Freistil. Auch diese Distanz verlange ihm alles ab, so sagt er. „Im Ziel bin ich stehend k.o. Das ist eine sehr hohe Belastung.“

Mit großer Disziplin, Fleiß und unerschütterlichem Ehrgeiz verfolgte er sein neues Ziel Special Olympics. Bereits der Sieg bei den Special Olympics Sachsen in Riesa ebnete ihm den Weg zu den Nationalen Spielen im Saarland. Mit der Goldmedaille hat Carsten nun einen weiteren Erfolg erzielt.

Der Traum von den Special Olympics in Chile

Sein Blick richtet sich bereits nach vorn. Sein großes Ziel ist eine Teilnahme an den Special Olympics World Games vom 16. bis 24. Oktober 2027 in Santiago de Chile. Der Weg dorthin ist allerdings anspruchsvoll: Für Deutschland werden nur drei Schwimmerinnen und Schwimmer nominiert. „Im März weiß ich, ob ich es geschafft habe.“

Unabhängig vom Ausgang möchte Carsten den Behindertensport sichtbar machen und Menschen für die Leistungen der Athletinnen und Athleten sensibilisieren. „Viele wissen nicht, unter welchen Schmerzpegeln wir teilweise an den Start gehen und welche Leistungen wir bringen. Dafür möchte ich sensibilisieren und mit meiner Olympia-Teilnahme für unseren Sport werben.“

Sein persönliches Motto begleitet ihn dabei seit vielen Jahren: „Ich habe eine Chance. Ich nehme sie, wie sie kommt.“

Wir gratulieren Dir herzlich, lieber Carsten, und drücken fest die Daumen, dass Dein Traum von den Special Olympics World Games 2027 in Chile Wirklichkeit wird.

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