Neuer Teilnahmerekord bei Leipziger Sprintpokal / SC DHfK-Athleten überzeugen

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Knapp 300 kleine und große Finswimmer aus 33 deutschen Vereinen waren am Sonntag der Einladung des SC DHfK Leipzig gefolgt und gingen beim „20. Internationalen Leipziger Sprintpokal“ in verschiedenen Disziplinen an den Start. Dabei machten die Sportler dem Namen der Veranstaltung mit schnellen Zeiten alle Ehre. Allen voran ein Leipziger Top-Athlet.

Die schnellsten Flossenschwimmer über die 50 Meter vom SC DHfK Leipzig. Von rechts: Duncan Gaida, Sidney Zeuner, Malte Striegler und Max Poschart. Quelle: SC DHfK Leipzig

Leipzig. Da musste sich SC DHfK-Athlet Max Poschart kurz einmal die Augen reiben. 15,52 Sekunden leuchteten neben seinem Namen auf der Anzeigetafel in der Universitätsschwimmhalle auf. Mit dieser Zeit über 50 Meter Flossenschwimmen hatte der 25-Jährige nicht nur soeben die Disziplin beim Leipziger Sprintpokal gewonnen, sondern sich selbst gleich mit überrascht. „So schnell bin ich seit zwei Jahren nicht mehr über diese Strecke geschwommen, auch bei der diesjährigen Europameisterschaft nicht“, sagte der EM-Dritte Poschart. Gleiches gelang ihm über seine zweite Top-Disziplin, die 100 Meter Finswimming. 24 Zehntel war der Weltrekordhalter über diese Strecke im Leipziger Schwimmbecken schneller als noch zur EM. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte Poschart und mutmaßte, „vielleicht liegt es daran, dass ich aufgrund einer Erkältung letzte Woche nicht so viel trainieren und mein Körper sich dadurch regenerieren konnte.“  

Beim 20. Internationalen Leipziger Sprintpokal, ausgerichtet vom SC DHfK Leipzig, zauberten die Flossenschwimmer viele schnelle Zeiten ins Becken. Auch Max Poscharts Frau Elena schwamm vorne mit, siegte über die 100 Meter Finswimming und holte Bronze über die 50 Meter Finswimming und Apnoe. „Mit diesen Ergebnissen und Zeiten reisen wir zuversichtlich zu dem in zwei Wochen stattfindenden Weltcup in Polen“, so Poschart. Mit dabei sein wird dort auch Teamkollege Duncan Gaida. Der 18-jährige Leipziger schwamm beim Sprintpokal zwar auch die 50 Meter mit, so richtig wohl fühlt er sich aber auf den langen Distanzen, den 1500 Metern zum Beispiel. „Ich brauche ein bisschen Zeit, um auf meine Maximalgeschwindigkeit zu kommen, kann dann aber wie ein Uhrwerk schwimmen. Außerdem lohnt es sich für die lange Strecke auch eher, sich in den Schwimmanzug hineinzuzwängen“, sagt der Langstreckenspezialist lächelnd. Und obwohl sich der Sprintpokal auf die Strecken bis 200 Meter spezialisiert hat, so konnte Gaida doch in seiner Paradedisziplin starten.

Grund dafür war die junge Berlinerin Johanna Schikora, aktuelle Jugendweltmeisterin über 1500 Meter. Die 17-Jährige wollte ihre Chance nutzen und ihren selbst aufgestellten Weltrekord in ihrem letzten Jugendjahr noch einmal verbessern. „Deshalb haben wir die 1500 Meter dieses Jahr als Besonderheit mit in unser Programm genommen“, sagt Organisator David Münch vom SC DHfK. Doch die Vorzeichen für den Rekordversuch standen leider alles andere als günstig: Eine Sehnenscheidenentzündung der Achillessehne und eine dreiwöchige Flossenpause ließen Schikoras Hoffnung schon früh schrumpfen. Die Flossenschwimmerin vom TC fez Berlin biss sich trotzdem durch – zum Rekord reichte es am Ende jedoch nicht. „Unter den Vorzeichen bin ich mit meinem Rennen und der Zeit dennoch super zufrieden.“ Auch der spätere Sieger Duncan Gaida, aktuell schnellster Deutscher über diese Strecke, war mit seinen 13:22,57 Minuten zu diesem Zeitpunkt der Saison zufrieden. „Auf dieser langen Strecke schaltest Du Deinen Kopf irgendwann aus und zählst nur noch die Bahnen.“

Unzählige Male durchpflügten auch die anderen Flossenschwimmer am Sonntag die Leipziger Bahnen – die Jüngsten gerade einmal sieben Jahre alt, die Erfahrensten in ihren Fünfzigern. Die 23 SC DHfK-Athleten nutzten ihren Heimvorteil und belegten in vielen Disziplinen und Altersklassen – vor allem in den Staffeln – die vorderen Plätze. „Wir freuen uns, mit 287 Teilnehmern und 965 Starts einen neuen Teilnehmerrekord aufgestellt zu haben. Für nächstes Jahr wollen wir gern die 1000 Starts knacken und auch wieder internationale Starter bei uns begrüßen“, bilanzierte Organisator David Münch. Dann wird auch sehr wahrscheinlich Top-Athlet Max Poschart wieder mit dabei: „Vor heimischer Kulisse einen Wettkampf schwimmen zu können, ist richtig cool. Dann kann man Trainern, Freunden und jungen Sportlern zeigen, was alles möglich ist. Außerdem ist es schön, bei so einem Wettkampf den Bezug zur Jugend zu haben und die Nachwuchssportler unterstützen zu können.“ Und wer weiß, vielleicht wird einer bald selbst mal so schnell unterwegs sein wie Max Poschart.

Zu den Ergebnissen des 20. Internationalen Leipziger Sprintpokals