Moritz Kirschner startet bei Rollski-Weltcup in Estland

Skisport

Gibt alles: SC DHfK-Skisportler Moritz Kirschner. Foto: Estonian Ski Association (www.suusaliit.ee)

Otepää/Tartu. Vom 21. bis 23. August 2020 fanden im estnischen Otepää und Tartu die ersten Rollski-Weltcup-Wettkämpfe dieser Saison statt. Lange war für unseren Sportler Moritz Kirschner, der für die SC DHfK Leipzig, Abteilung Skisport startet, nicht klar, ob er aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie überhaupt nach Estland einreisen darf. Die geplante Hinreise per Kleinbus musste storniert werden, da das Durchqueren Polens eine 14 tägige Quarantäne nach sich gezogen hätte. Kurzfristig wurde auf einen Flug umgeplant und jetzt hieß es warten und Daumen drücken bis zum letzten Tag der Abreise. Zum Glück blieben die Zahlen bis zum Abflug am 19. August stabil, sodass er nach Riga/Lettland reisen konnte. Vom Flughafen Riga ging es per Shuttle-Bus nach Estland, wo er auf die anderen Teammitglieder des kleinen deutschen Teams traf. Gemeinsam mit Till Hartmann (SC Rückershausen) und Merle Richter (SSV 1863 Sayda, alle Junioren) sowie Nico Rieckhoff (TSV Grebenhain) und Daniel Thiem (Skiclub Seligenstadt 1977, beide Herren) wurde noch am Abend die Strecke für den ersten Wettkampf im Stadion von Otepää getestet.

Am ersten Wettkampftag (Freitag, 21.8.2020) stand ein Sprint-Rennen über 1,2 km in der klassischen Technik auf dem Programm. Dieser fand im Tehvandi-Stadion von Otepää statt. Jeder Sportler absolvierte dabei auf gestellten Einheitsrollern einen Prolog im Einzelstart. Auf der anspruchsvollen Strecke eine zusätzliche Herausforderung für alle Athleten. Da der klassische Stil nicht die Lieblingstechnik von Moritz ist, stellte die Qualifikation für das Viertelfinale, in der die besten 16 Sportler aufeinandertreffen, die erste Hürde dar. Gespannt wurde auf das Ergebnis der Prologzeiten gewartet. Moritz erreichte durch ein gutes Rennen das Viertelfinale und startete anschließend im ersten Vierer-Heat. Dabei wurde auch taktiert. Moritz konnte bis zum letzten Berg mithalten, verpasste dann jedoch am letzten Berg den Anschluss bei einer Attacke. Nur die jeweils besten zwei Sportler eines Laufes qualifizierten sich weiter. Am Ende stand für Moritz am ersten Wettkampftag bei den Junioren ein 14. Platz. Vom Team Germany schaffte es Merle Richter auf das Podium. Sie qualifizierte sich für das Finale und belegte bei den Juniorinnen Platz 3.

Am Nachmittag fuhr das Team Germany gemeinsam zu einem See, um etwas für den nächsten Tag zu regenerieren. Die Anfahrt wurde dabei mit den Rollski genommen.

Am Sonnabend (22.8.2020) ging es früh per Shuttle nach Tartu, der zweitgrößten Stadt Estlands. Dort fand am zweiten Wettkampftag ein Massenstartrennen über 27 km im freien Stil statt. Die Sportler fuhren bei diesem Rennen mit den eigenen Rennrollern, der Rundkurs ging dabei durch die Stadt. An diesem Tag war es sehr windig, so dass man sich sein Rennen gut einteilen musste und Windschatten war enorm wichtig, um Kraft zu sparen. Dennoch versuchte Moritz das Rennen offensiv zu gestalten und übernahm in der Führungsgruppe auch Führungsarbeit. Bei Kilometer 15 kam er leider an der Verpflegungsstelle ins Straucheln und riss dadurch eine Lücke. Durch die schwierigen Windverhältnisse war es für ihn allein nicht mehr möglich, wieder an die Spitzengruppe heranzulaufen. So musste er die letzten 12 km allein kämpfen und belegte am Ende Platz 12. Vom Team Germany setze Merle Richter erneut ein Ausrufezeichen. Mit großem Vorsprung fuhr sie als erste der Juniorinnen über die Ziellinie.

Am Sonntag (23.8.2020), schloss sich, erneut in Ortepää, der letzte Wettkampf der Weltcupstation in Estland an. Im Klassikrennen mit Einzelstart gingen die Sportler auf eine sehr profilierte Strecke über 15 km. Es gab viele Anstiege, so dass einige Höhenmeter überwunden werden mussten. Moritz konnte an diesem Tag nicht seine Bestleistung abrufen und belegte Platz 18. Einen erneuten Sieg bei den Juniorinnen gab es für Merle Richter, die sich damit in der Gesamtwertung das Leibchen der Führenden überstreifen durfte. Herzlichen Glückwunsch!

Ein großes Kompliment an die Organisatoren in Estland, die trotz der aktuell schwierigen Bedingungen einen tollen Weltcup für die Rollski-Sportler auf die Beine gestellt haben. Die Unterbringung war top, die Shuttle-Busse zwischen den verschiedenen Orten immer einsatzbereit und die Wettkämpfe verliefen reibungslos.

Am Sonntag ging es, auch per Shuttle-Bus, nach Madona/Lettland, wo sich Moritz mit dem Team Germany auf die nächsten Weltcup-Wettkämpfe vorbereitet.

(Text: Christine Kirschner)

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