Martin Schulz wird zum 10. Mal Europameister / Paratriathlon wird kurzerhand zum Duathlon

Triathlon Startseite

SC DHfK-Paratriathlet Martin Schulz - hier mit der Paralympics-Goldmedaille - darf sich nun zehnmaliger Europameister nennen. Foto: SC DHfK

Er hat es wieder getan! SC DHfK-Paratriathlet Martin Schulz hat bei den Europameisterschaften am Samstag im polnischen Olsztyn seinen zehnten Titel in Serie gewonnen. Aufgrund widriger Wetterbedingungen ging es diesmal aber nicht in drei Disziplinen an den Start, das Schwimmen wurde kurzerhand abgesagt und durch eine weitere Laufstrecke ersetzt. Nach seinem erfolgreichen Saisoneinstieg stehen für den 32-Jährigen im Juni jetzt ein Weltcup und die Premiere beim Ironman 70.3. an.

Olsztyn. Martin Schulz vom SC DHfK Leipzig ist zum zehnten Mal in Folge Europameister. „10. EM-Titel in Folge. Darüber bin ich natürlich super happy und wenn mir das jemand vor einigen Jahren gesagt hätte, weiß ich nicht, ob ich es für möglich gehalten hätte“, gab der 32-Jährige nach dem Rennen einen Einblick in seine Gefühlswelt. Dabei verlief die Europameisterschaft im polnischen Olsztyn anders als gewöhnlich. Aufgrund widriger Wetterbedingungen (kräftige Schauer, 7 Grad Außentemperatur, 15 Grad Wassertemperatur) strichen die Organisatoren vor dem Start am frühen Samstagmorgen kurzerhand das Schwimmen. Für Schulz und seine Konkurrenten ging es stattdessen auf einen Duathlon aus 2,5 Kilometer Laufen, 14 Kilometer Radfahren und erneut 5 Kilometer Laufen.

Nachwuchs-Triathlet Jakob von Müller feierte bei seiner Premiere einen guten EM-Einstand. Der 18-Jährige, der seit 2019 am Bundesstützpunkt in Potsdam trainiert, aber weiterhin Mitglied im SC DHfK ist, kam in der Junioren-Wertung auf Platz 18 ins Ziel. Er hofft noch auf einen Start bei der Junioren-WM Ende Juni in Kanada.

„Ein klassischer Triathlon mit Schwimmen, Rad fahren und Laufen wäre natürlich schöner gewesen, aber bei den Temperaturen war ich auch irgendwie froh, nicht ins Wasser zu müssen“, so Schulz. Nach Top-Zeiten im Laufen und Radfahren siegte der zweimalige Paralympics-Sieger am Ende in 46:11 Minuten mit über einer Minute Vorsprung vor den beiden Briten Michael Salisbury und George Peasgood. Schon vor dem Rennen hatte Schulz gesagt, er habe läuferisch in diesem Jahr noch einmal ein neues Level erreicht. „Mit einem Sieg in die Saison zu starten, ist natürlich immer wünschenswert und gibt mir zusätzlich Motivation für die bevorstehende Saison.“

In dieser wartet für Schulz als nächstes der Weltcup über die Sprintdistanz im französischen Besançon (11. Juni). Auch dort wird der Leipziger als Titelverteidiger und Favorit ins Rennen gehen. Eine Woche später, am 19. Juni, begibt sich der frisch gebackene Europameister beim Ironman 70.3. in Luxemburg mit der Mitteldistanz erstmalig auf neues Terrain. Schulz‘ Devise: „Dort möchte ich vor allem Erfahrungen sammeln, beispielsweise mit Blick auf das Pacing, die Verpflegung und meinen Energiehaushalt, und starte ohne große Erwartungen in das Rennen.“