Leichtathletik-Talente holen acht Medaillen in Rostock

Leichtathletikzentrum Startseite

Gold, Silber und 2x Bronze für LAZ Nachwuchs

Foto: LVZ

Rostock. Der erste Titel durch Hammerwerferin Olivia Fromm aus Eilenburg flutschte gleich im allerersten Wettbewerb am Freitagvormittag heraus (LVZ berichtete). Danach mussten die Leichtathleten der Region bis zur allerletzten technischen Disziplin der deutschen Jugend-Meisterschaften in Rostock warten, ehe es mit dem zweiten Gold-Jubel klappte. Damit gab es doch noch die Krönung der drei Wettkampftage. Jakob Nauck vom SC DHfK zeigte einmal mehr, dass er ein echter Wettkampftyp und Meisterschaftswerfer ist. Der Siebte der U20-WM von Tampere steigerte seine in Finnland aufgestellte Bestweite mit dem Speer noch einmal um 40 Zentimeter auf 71,31 m und bezwang an der Ostsee sogar den WM-Dritten Maurice Voigt aus Jena. „Ich hatte im Training und beim Einwerfen gespürt, dass der Speer fliegen würde“, sagte der Schützling von Wolfgang und Hans-Peter Köhler. „Die Höhepunkte liefen alle top. Ich mag es, wenn der Druck und die Atmosphäre da sind. Auch der Zweikampf mit Maurice pusht mich“, ergänzte der Meister, der sich nun auf zwei Wochen Wohnmobilferien mit der Familie freut. Auf Gold-Kurs in der U18 lag auch Klubkollegin Lea Wipper. Doch die Vierte der U18-EM verpasste diesmal knapp die 50-m-Marke und wurde im letzten Durchgang noch vom Thron gestoßen. Immerhin gab es Siber für die 16-Jährige, die zum neuen Schuljahr ans Sportgymnasium Magdeburg wechseln und dort beim Nachwuchs-Speerbundestrainer trainieren wird. Berechtigte Gold-Hoffnungen hatte sich auch Marvin Schulte gemacht. Der 100-m-Sprinter vom SC DHfK war als Vorlauf- und Halbfinal-Schnellster ins Finale gestürmt – und dort neben schwindenden Kräften nach harten Wochen wortwörtlich am Sturm gescheitert. Bei 4,8 m/s Gegenwind reichten starke 10,75 s für Bronze. „Die Bedingungen waren nicht auf meiner Seite – gegen so viel Wind habe ich keine Chance“, sagte der Blondschopf. Trainer Knut Iwan: „Bei dem Wind gewinnt nicht der Schnellste im Feld, sondern der mit den dicksten Oberschenkeln.“ Schulte hat Erholung bitter nötig – die sucht und findet er am Gardasee. Bronze erkämpfte auch Hürdensprinterin Annika Niedermayer, die in der Halle noch Gold geholt hatte. Auch sie lag trotz eines schweren Fahrradsturzes im Frühjahr wieder auf Siegkurs, blieb aber mit dem Knie an der vorletzten Hürde hängen. Nun freut sich sie auf den Länderkampf in Berlin – dieser wird zum Warm-Up der EM. Gestern gab es noch eine fünfte Medaille für den SC DHfK: Tim Erdmann steigerte sich im 800-m-Finale der A-Jugend um satte zwei Sekunden. Nur ein Hallenser war zwei Zehntel schneller. Silber und Bronze holten die MoGoNo-Talente Anna-Marie Hofmann und Daniel Breinl. Die 400-m-Läuferin sei mit mulmigem Gefühl am Start gewesen: „Ich hatte wegen Fußschmerzen zwei Wochen nicht trainiert, es drohte eine Stressfraktur. Vor dem Finale habe ich den Fuß doll gespürt. Ich war kurz davor, in Tränen auszubrechen. Aber ich habe mich zusammengerissen und mich ins Ziel geworfen, um Silber zu sichern. Ich bin glücklich.“ Breinl überquerte mit dem Stab 4,80 m und meinte: „Ich wäre gern noch mal fünf Meter gesprungen, bin aber mit Bronze zufrieden. Alle Starter hatten eine ähnliche Vorleistung, es war ein enges Finale.“ Frank Schober LVZ vom 30.07.2018