Kugelstoßer David Storl bricht WM-Saison ab

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Will nach vollständiger Genesung die Olympischen Spiele 2020 in Angriff nehmen: Kugelstoßer David Storl. Foto: Mitteldeutsches Kugelstoßteam

Leipzig. Die Nachricht kam nicht überraschend: David Storl hat am Dienstag mitgeteilt, dass er die laufende Wettkampfsaison abbricht. Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister vom SC DHfK hatte nach
seinem Bronzerang bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin die Situation mit seinem Trainer Wilko Schaa und seinen medizinischen Betreuern analysiert. Gemeinsam habe man diesen Schritt  beschlossen. Der 29-Jährige hatte sich im Frühjahr im Training eine Rückenverletzung zugezogen und sechs Wochen lang kein Kugelstoßtraining absolvieren können.

„Aufgrund der anhaltenden Probleme nach meiner Verletzung im April war ein kontinuierliches Training
nicht mehr möglich. Ich wurde immer wieder von Beschwerden ausgebremst. In der Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften war das tägliche Training somit nur eingeschränkt möglich. Somit auch ein besseres Abschneiden aus gesundheitlichen Gründen nicht machbar“, erklärte der Familienvater.

Bei den nationalen Titelkämpfen hatte dem Serienmeister der vergangenen Jahre fast ein Meter zur Norm für die Weltmeisterschaften Anfang Oktober in Doha gefehlt. Diese liegt bei 20,70 Metern und wurde bisher von keinem DLV-Athleten übertroffen. Storl ließ im Ring seine sonst übliche Explosivität vermissen. Er war wohl auch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Nach Sportbuzzer-Informationen erkankte der Hallen-Vizeeuropameister vom März diesen Jahres auch unmittelbar nach der DM an einem Infekt. Trainer Wilko Schaa hatte nach dem ernüchternden DM-Ergebnis gesagt: „Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich ihn nicht starten lassen.“

Der Blick geht nun nach vorn. „Wir haben uns dazu entschieden, den Fokus auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr zu legen. Unser Ziel Tokio 2020 werden wir nach vollständiger Genesung in Angriff nehmen“, teilte David Storl mit. „Gemeinsam mit meinem Team und den Partnern an meiner Seite ist dieser Weg der für uns einzig richtige. In den nächsten Wochen setzen wir alles daran, dass ich wieder vollumfänglich trainieren kann.“

(Frank Schober, Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2019)