Johanna Krauß und Vincent Wiegand fahren zur Junioren-EM

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Hat sich bereits zum dritten Mal für eine Junioren-EM qualifiziert: SC DHfK-Wasserspringer Vincent Wiegand. Foto: SC DHfK Leipzig

Leipzig. Absprung nach vorn, Salto nach hinten – wenn Vincent Wiegand auf dem Brett steht und sich auf den Auerbachsprung vorbereitet, weiß er: Das wird entweder richtig gut – oder geht völlig in die Hose. Ein Dazwischen gibt es nicht. „Es kommt auch drauf an, ob ich vorher zu sehr darüber nachdenke“, sagt der Sportgymnasiast selbstkritisch. Für Gewöhnlich aber gelingen ihm seine Sprünge, sodass sich der 17-Jährige bereits zum dritten Mal für die Junioren-Europameisterschaften im Wasserspringen qualifiziert hat. Ende Juni geht es zusammen mit DHfK-Teamkollegin Johanna Krauß – sie stammt aus der erfolgreichen Leipziger Schwimmer-Familie Herbst – in die russische Sportstadt Kasan.

Während Vincent fast schon ein alter Hase ist, der es bisher auch immer ins Finale geschafft hat, steht die 13-Jährige vor ihrer ersten EM. Sie wirkt aber relativ gelassen. „Für meine Serie habe ich mir Sprünge ausgesucht, die ich gut kann. Natürlich würde ich gern ins Finale kommen, aber es ist schon toll, mitspringen zu dürfen“, sagt die Schülerin, die im jungen Alter schon Erfahrung gesammelt hat.

So belegte sie 2018 in Montreal und Barcelona jeweils einen ersten und einen zweiten Platz. Nachdem sie sich im Winter am Kopf verletzt sowie den Daumen gebrochen hatte, ist Johanna auch wieder fit. „Klar, nachdem ich zwei Wochen aussetzen musste, hatte ich ein bisschen Angst. Aber dann hab ich mich getraut und es war wie immer.“

Die sportlichen Vorzeichen stehen für beide Talente aus Leipzig also nicht schlecht. Hinderlich ist die Trainingssituation. Seit Juli 2018 kann die Sprunghalle in Leipzig wegen der Becken-Sanierung nicht genutzt werden. Für die Springer bedeutet das, jeden Tag um halb sechs aufstehen zu müssen, um nach Halle zu fahren. „So kommen wir nur auf die Hälfte der Trainingszeit, die eigentlich eingeplant ist“, sagt Vincent, der am Sportgymnasium die neunte und zehnte Klasse in drei Jahren absolviert. „Das ist natürlich ein großer Nachteil.“

Am Nachmittag sei gar keine Wassereinheit möglich. Um so wichtiger ist die Zeit im Trainingslager, zu dem beide morgen aufbrechen. Für seine letzte Junioren-EM hat sich Vincent vorgenommen, einen Platz auf dem Treppchen zu erreichen. „Mittlerweile kann ich mit der Nervosität umgehen. Ich weiß noch, wie ich in meinem ersten Jahr gezittert habe. Um so stolzer war ich, als alles geklappt hat. Ich glaube, dass ich auch diesmal gute Chancen habe.“

(Hanna Gerwig, Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2019)