EM Gold für Peter Kretschmer - Silber gewinnt Melanie Gebhardt

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Weltbestzeit für Canadier-Dua Yul Oeltze/Peter Kretschmer

Gold-Jungs schlagen wieder zu Weltbestzeit für Canadier-Duo Yul Oeltze/Peter Kretschmer in Belgrad / EM-Silber für Melanie Gebhardt Belgrad. Die Welt- und Europameister Yul Oeltze (Magdeburg) und Peter Kretschmer (SC DHfK Leipzig) haben bei der Kanurennsport-EM in Belgrad erneut zugeschlagen. Beide verteidigten am Sonnabend ihren Titel von Plovdiv 2017 und setzten sich mit einem cleveren Zielsprung um 44 Hundertstel vor Rumänien durch. Zugleich verbesserten sie bei starkem Rückenwind die Weltbestzeit der Polen Slominski/Kaminski um 2,5 Sekunden. Peter Kretschmer meinte: „Wir wollten den Titel unbedingt verteidigen und haben im Winter stark darauf hin trainiert. Wir haben beide nach einem guten Jahr auch schon mal ein nicht so gutes Jahr gehabt, daraus haben wir unsere Lehren gezogen. Jetzt sind wir 2018 ungeschlagen. Bis zur WM müssen wir noch eine Schippe drauflegen. Den WM-Titel auch zu verteidigen – das wird kein Selbstläufer.“ Der Leipziger Trainer Kay Vesely meinte: „Das war ein sensationelles C2-Ergebnis – mehr geht momentan nicht. Wenn beide auch den WM-Sieg wiederholen, wäre das fast schon legendär, das haben nur wenige erreicht.“ Yul Oeltze ergänzte: „Wir haben mit dem Weltrekord geliebäugelt, aber dafür mussten wir gewinnen. Das hat geklappt, darüber sind wir sehr froh.“ Der Elbestädter nannte „Vertrauen in die eigene Stärke“ als den Unterpfand ihres Erfolges: „Wir wissen, was jeder von uns kann und verstehen uns ohne viele Worte. Uns war klar, dass wir 100 Prozent Vollgas geben müssen.“ Über die nichtolympische Distanz 500 Meter kam das Duo gestern auf Rang fünf. „Wir sind gut aus dem Start gekommen, aber dann waren die anderen einfach schneller“, sagte „Kretsche“: „Um auf der 500-m-Strecke zu gewinnen, müssten wir mehr kurze Strecken trainieren. Unser Fokus liegt aber klar auf den 1000 Metern. Daher ist Rang fünf kein Problem.“ Nah an Gold dran waren im K2 der Damen über 1000 m Sarah Brüßler (Karlsruhe) und Melanie Gebhardt (SC DHfK Leipzig). Beide führten das Feld bis kurz vor dem Ziel an, mussten aber auf den letzten Metern dem polnischen Boot den Vortritt lassen. „Man fährt ja zur EM um zu gewinnen, von daher ist im ersten Moment Gold verloren. Wir hatten am Ende nichts mehr zum Gegenhalten, von daher freue ich mich auch über Silber“, meinte Schlagfrau Brüßler. Sie ist wie Melanie Gebhardt überzeugt, bis zur WM noch einiges verbessern zu können. Vesely meinte: „Der Endspurt verlief etwas unglücklich, aber auch Silber ist eine starke Leistung. Am Ende fehlten ja nur 24 Hundertstel zu Gold.“ Nach ihrem Überraschungscoup am Samstag ist Nina Krankemann gestern die Puste ausgegangen. 24 Stunden nach ihrem Sieg im K1 über 1000 m landete die Magdeburgerin auf halber Distanz auf Rang acht. Am Samstag hatte sich die 22-Jährige hauchdünn durchgesetzt und ihren ersten großen Titel geholt. „Kay Vesely hat mir noch Mut gemacht und gesagt, dass ich vorn mitfahren kann. Das ist voll aufgegangen, und dass ich am Ende gar Gold gewonnen habe, ist umso schöner“, sagte die 22-Jährige. Olympiasieger und Weltmeister Sebastian Brendel aus Potsdam paddelte in seiner Lieblingsdisziplin (C1 über 1000 m) am Titel vorbei. Im Duell mit dem Tschechen Martin Fuksa hatte er nur knapp eine Zehntelsekunde Rückstand. Beim versuchten Zielsprung landete er sogar im Wasser. „Ich wollte das Letzte nach vorn werfen, um Martin noch abzufangen“, sagte Brendel. Auch die erfolgsverwöhnten Kajak-Männer des DKV blieben diesmal ohne EM-Titel. Frank Schober, Frank Kastner LVZ vom 11.06.2018