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Silberner Schlusspunkt durch Freyer/Punzel,
Sächsisches Duo rettet EM-Bilanz der Wasserspringer

Kiew. Am letzten Tag der Wasserspringer-EM in Kiew klappte es für das DSV-Team gestern doch noch mit einer Medaille in einer olympischen Disziplin. Für diese Silberplakette sorgten etwas überraschend im Drei-Meter-Synchronspringen Friederike Freyer (20) vom SC DHfK Leipzig sowie die knapp zwei Jahre ältere Tina Punzel vom Dresdner SC, die erst seit diesem Jahr zusammen springen. Es war ein extrem spannendes Finale, in dem das deutsche Duo Nervenstärke bewies, bis auf kleiner Wackler gut durchsprang und am Ende das Glück des Tüchtigen hatte. Der Abstand auf die Niederlande (3.) und Großbritannien (4.) betrug nur 0,3 und 0,6 Punkte. Souverän Gold sicherte sich das Duo aus Russland.

„Vor dem letzten Sprung wusste ich nicht, wie knapp es ist. Aber ich habe gespürt, dass es gut für uns läuft“, sagte die DHfK-Springerin, die vorher sehr nervös gewesen sein: „Das Einspringen lief nicht perfekt – und es war ja mein einziger Start hier. An Silber hatte ich nicht im Traum gedacht, nun sind wir sehr glücklich.“ Damit dürfte das Silber-Duo auch für die WM in Budapest gesetzt sein.

Patrick Hausding und Stephan Feck hatten eigentlich ein Medaillen-Abo auf europäischer Bühne . Immer, wenn der Berliner und der Leipziger im EM-Finale der Synchronspringer standen, klappte es mit Edelmetall. Seit 2010 sammelten sie fünf Silbermedaillen und einmal Bronze. Diese Serie ist in Kiew gerissen. Drei Fehler waren einer zu viel, hinter Russland, der Ukraine und Großbritannien landete das Erfolgsduo auf Platz vier. „Wir haben diese Woche einige Medaillen liegenlassen, entsprechend hoch war der Druck für beide. Man hat erneut gesehen, dass sie verunsichert springen. Der Glaube an die eigene Leistungsfähigkeit fehlt momentan“, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow.

Feck war aus doppeltem Grund mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch in den Wettkampf gegangen. Zum einen, weil der 27-Jährige bei seinen siebten Plätzen im Einzel sein Potenzial nicht ausschöpfen konnte. Zum anderen hatte er sich am Abend zuvor sein Drei-Meter-Finale noch einmal im Video angeschaut und festgestellt: „So schlecht waren meine Sprünge gar nicht. Auch meine Teamkollegen gratulierten mir spontan zu einem guten Wettkampf. Die Kampfrichter haben mir eine Menge Punkte abgezogen. Zum Teil habe ich kaum gravierende Gründe gesehen.“ Buschkow relativierte dies: „Man muss sich das Standing beim Kampfgericht erarbeiten. Dazu gehört, dass man besonders hohe Sprünge zeigt und zeitig fertig ist, um die Eintauchphase sauber vorzubereiten.“

Dies bestätigte sich bei den Pflichtsprüngen, als Hausding/Feck mit Eleganz und Körperspannung glänzten und zu Recht in Führung gingen. Zum Knackpunkt wurde mal wieder der Auerbachsalto. Diesen Sprung bringen beide zu 90 Prozent sicher, doch im EM-Finale „versemmelten“ sie ihn. Das DSV-Duo behauptete zwar vor dem letzten Sprung den Bronzeplatz – aber nur sechs Punkte vor den Briten. Beim abschließenden „Wurfaxel“, einer Vorwärtsschraube, hatte Feck erneut Probleme. Die Engländer zogen um zwei Zähler vorbei.

Stephan Feck meinte: „Platz vier ist nicht das, was wir uns hier vorgenommen haben. Bei der Schraube war ich im Anlauf zu spät dran, habe reagiert, wollte aufholen. Am Ende hätte ich stärker mein Ding durchziehen müssen, ich bin zu verhalten abgesprungen.“ Bis zum Saisonhöhepunkt, der WM Ende Juli in Budapest, wartet noch viel Arbeit. Sein neuer Trainer Andreas Becker meint: „Fecki sieht im Training gut aus, doch im EM-Finale fehlte das befreite Springen. Ich selbst weiß auch noch nicht genau, wie ich ihn im Wettkampf am besten anspreche. Dafür muss man einen Sportler über Jahre kennen.“ Dafür hatte sein Schützling Friederike Freyer gestern die Nerven im Griff. Frank Schober


 

 


Text: Frank Schober/Foto: SC DHfK Leipzig e.V.
 
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